Lange wurde spekuliert – jetzt ist es offiziell: In der letzten Nintendo Direct zum vierzigsten Jubiläum der Zelda-Reihe wurde das lang ersehnte Remake von “The Legend of Zelda: Ocarina of Time” für die Switch 2 angekündigt. Der erste Teaser hielt sich mit Gameplay noch zurück und zeigte kaum mehr als einen aufpolierten Link mit leuchtendem Triforce. Trotzdem war der Hype sofort da. Der 5. November steht als Release-Termin fest, zum Jubiläum begleitet von einer Special Edition der Switch 2 inklusive Pro Controller im exklusiven Zelda-Design.
Worum ging es nochmal im Original?
Ganz grob heruntergebrochen: Als Waisenjunge beim Waldvolk der Kokiri aufgewachsen, will der junge Link verhindern, dass der machthungrige Oberbösewicht Ganondorf das heilige Triforce an sich reißt. Doch als Link das legendäre Masterschwert zieht, wird er für sieben Jahre versiegelt – in dieser Zeit stürzt Ganondorf Hyrule ins Chaos. Als jugendlicher Held erwacht, muss Link die alten Weisen erwecken, um die Katastrophe doch noch zu verhindern.
Als das Original 1998 für das N64 veröffentlicht wurde, war das der Moment, in dem 3D-Adventures plötzlich erwachsen wurden. Dort etablierte Features wie das automatische Anvisieren von Gegnern, das Reiten auf einem Pferd, um große Distanzen zu überwinden, oder der Zeitsprung zwischen verschiedenen Epochen, wurden im Anschluss zigfach von anderen Spielen kopiert. Für viele Zelda-Fans ist Ocarina of Time der heilige Gral der Serie. Kein Wunder also, dass der Titel von der deutschen Fachpresse damals mit Höchstwertungen von 90% und mehr gefeiert wurde (sogar 98% in der Video Games 01/99) – ab diesem Zeitpunkt war die Messlatte gelegt, an der sich jedes neue 3D-Zelda messen musste.
Was macht das Switch-2-Remake anders?
Grafisch erwartet uns eine komplette Neuauflage mit detaillierten 3D-Modellen und moderner Beleuchtung. Hyrule kommt nun endlich ohne die N64-typische Nebelwand aus, die Welt selbst bleibt vom Aufbau aber 1:1 wie 1998 bestehen – also keine weitläufige Open World à la Breath of the Wild, sondern der klassische Schlauch von Kokiri-Wald über Hyrule-Feld bis zum Todesberg, nur jetzt eben in “schön”. Gameplay-technisch bleibt vieles oldschool, aber eine wenig geliebte Tradition fällt: Link hat diesmal einen echten Sprungknopf, statt wie 1998 nur automatisch von Plattform zu Plattform zu hüpfen. Das Kampfsystem setzt dafür weiterhin auf den automatischen Lock-on und das Blocken der Angriffe per Schild. Hinzu kommen zeitgemäße Upgrades wie flüssige 60fps, eine frei drehbare Kamera per gewohnter Twin-Stick-Steuerung und direkt auswählbare Items, wie die legendären Eisenstiefel. Kurz gesagt: kein Reimagining, sondern genau das Ocarina, das die Fans der Serie in Erinnerung haben – nur ohne die unscharfe N64-Brille. Ach ja, Koji Kondos legendäre Melodien erklingen nun natürlich als vollwertiger Orchester-Score, erstmals begleitet von komplett vertonten Zwischensequenzen. Link selbst bleibt aber wie gewohnt stumm.
Mein Senf dazu: Die Welt von Hyrule sieht endlich so aus, wie wir sie uns als Kids erhofft hatten – liebevoll überarbeitet, nostalgisch und trotzdem zeitgemäß präsentiert und zum Glück ohne krampfhafte Open-World-Anleihen wie bei aktuellen Zelda-Episoden (mir ist die Spielewelt dort einfach zu groß). Vor allem der junge Link wirkt auf mich etwas zu glattgeschliffen und kindlich, was im Netz übrigens schon für erhitzte Diskussionen sorgte. Generell ist die Fanbase ziemlich am Meckern: zu wenig Neues für die x-te Neuauflage und ob dafür der AAA-Vollpreis wie zuletzt beim Star-Fox-Remake gerechtfertigt ist, kann durchaus kritisiert werden. Mein Fazit: Egal, wie laut in den Kommentaren in den sozialen Medien geschimpft wird, am Ende kaufen wir es doch wieder alle – und das, obwohl zeitgleich das lang erwartete GTA VI erscheint. Zelda bleibt eben Zelda.







