Lange war es her, doch am vergangenen Wochenende zog es mich mal wieder zu einer Retrobörse: Die RetroGamesCon, eine klassische Börse für Retro-Games, Toys und alles, was damit zusammenhängt, machte Station in Garching – direkt vor den Toren Münchens.
Der Hauptgrund, weshalb ich Verkaufsveranstaltungen für Spiele-Nerds in den letzten Jahren meide, liegt darin, dass die Preise für gebrauchte Videospiele enorm gestiegen sind. Besonders die Kurse für Titel der gängigen 8- und 16-Bit-Konsolen von Sega und Nintendo, mit denen ich aufgewachsen bin, liegen inzwischen in Preisregionen, die ich persönlich einfach nicht mehr bezahlen möchte. Seltenere Spiele werden oft für mehrere hundert Euro oder darüber angeboten. Glücklicherweise habe ich den Großteil meiner Spielesammlung noch zu einer Zeit erworben, als die meisten Games noch relativ erschwinglich waren.
Beim Entrümpeln meines Kellers ist mir vor ein paar Wochen meine alte PSone in die Hände gekommen und die Anzahl der Spiele, die ich hierfür besitze, ist doch relativ übersichtlich. Herausragende Titel, wie die hierfür erschienenen Final-Fantasy-Epsioden (Teil 7 bis 9) oder der Arcade-Racer Ridge Racer fehlten mir noch in meiner Sammlung. Da die Veranstalter der RetroGamesCon am Wochenende im nahegelegenen Garching Halt machten, holte ich mir etwas Bargeld vom Automaten und machte mich auf den Weg in den Vorort von München.
Die Veranstaltung war erwartungsgemäß gut besucht und bereits vor Beginn der Börse bildete sich eine beachtliche Schlange vor dem Eingang. Endlich im Saal der örtlichen Stadthalle angekommen, empfingen mich ungefähr 20 prall gefüllte Verkaufsstände mit Spielen für so ziemlich alle jemals erschienen Konsolen und Heimcomputer. Bei meinem Rundgang entdeckte ich sogar Games für so exotische Systeme wie den Atari Lynx, das Neo Geo oder das Vectrex. Dank der im Verkaufsraum platzierten Anspielstationen, Arcade-Automaten und Sitzgelegenheiten, konnte sich auch der genervte Anhang der zumeist männlichen Käuferschaft (Alter zwischen 40 und 50 Jahre) ein wenig die Zeit vertreiben. Die Stimmung war gut, auch wenn gerade zu Beginn noch etwas Hektik herrschte und jeder schnellstmöglich die vermeintlichen Schnäppchen ergattern wollte.
Mein Fazit zur RetroGamesCon fällt durchwegs positiv aus. Entgegen meiner ursprünglichen Befürchtungen ließen die Händler durchaus mit sich reden, was die Preise anging. Gerade, wenn man dazu bereit war, gleich mehrere Games auf einmal zu kaufen, konnte man durchaus einen netten Rabatt aushandeln. Wirkliche Schnäppchen solltet ihr beim Besuch von Veranstaltungen dieser Art trotzdem nicht erwarten. Die Händler wissen natürlich sehr genau, was ihre Spiele bei den üblichen Online-Auktionshäusern wert sind, aber das Live-Erlebnis mit anderen Retro-Gamern und das Fachsimpeln über das Hobby sind doch immer wieder amüsant. Ach ja, glücklicherweise konnte ich meine PS1-Sammlung auf der RetroGamesCon ordentlich aufstocken und ich musste auch keinen zusätzlichen Bankkredit aufnehmen 😉 Somit hat sich der Besuch der Retrobörse für mich absolut gelohnt, und ich habe mit meinen neuen/alten PlayStation-Perlen die nächsten Wochen erst mal gut zu tun.










