Wie der Name meiner Webseite schon vermuten lässt, war ich in den 90er-Jahren ein riesiger Fan der Spielezeitschrift Video Games. Das plattformübergreifende Magazin erschien zwischen 1991 und 2001 und konzentrierte sich zu 100 % auf Konsolen. Nach 112 Ausgaben war aber leider Schluss, und der damalige Herausgeber, der Future Verlag, stellte das beliebte Magazin ohne Vorwarnung von heute auf morgen ein. Letzten Monat, genauso unverhofft wie das abrupte Ende der Zeitschrift, wurde nun die Wiederbelebung der Video Games als reines Online-Magazin verkündet. Unter dievideogames.de gibt es ab sofort wieder regelmäßig Reviews zu neuen, aber auch alten Videospielen.
Für mich als heranwachsenden Gamer war die Video Games damals einfach die perfekte Zeitschrift: Aktuelle Games für meine Lieblingskonsolen wurden genauso besprochen wie Titel für exotische Systeme wie das Neo Geo oder die PC Engine. Das Layout war verspielt, und die Berichte enthielten oft großflächige (und pixelige) Artworks. Die Schreibweise war locker, und mit Anekdoten aus dem Redaktionsalltag wurde nicht gespart. Die lockere Ansprache und die Einbindung der Leser durch das Beantworten von Leserbriefen sowie das Abdrucken von Gastbeiträgen sorgte für eine starke Bindung an das Magazin. Mir kamen einige der Redakteure damals fast schon wie gute Kumpels vor, deren Spielegeschmack ich genau kannte.
Jetzt, also 25 Jahre nach dem Ende der Zeitschrift, meldet sich die neue Online-Redaktion der Video Games (bestehend aus Martin, Alex, Thorsten, Diego und Mark) mit folgenden Worten zurück:
“Da sind wir wieder! Also, irgendwie, aber doch anders. Vermisst auch Ihr die Magazine und den Videospiel-Journalismus der Neunziger? Seid auch Ihr genervt von Clickbait-Überschriften, blinkenden Werbefenstern und Info-Artikeln, bei denen Ihr ewig scrollen müsst um die entscheidende Information zu erhaschen? Regt Ihr Euch auch so auf über künstlich eingebaute Fehler und Ragebait-Themen, die nur dazu dienen, über Euren Ärger Reichweite zu generieren? Genauso ging es auch uns. Es ist nämlich mindestens ebenso anstrengend, diesen Schlonz zu schreiben.
Die altehrwürdige Video Games verkörpert für uns all das, was wir am Videospiel-Journalismus lieben und was wir heute so schmerzlich vermissen: Kritische Tests, kreative Reportagen, eine Prise Humor und gnadenlose Freakigkeit …
Schwups, irgendwann war die Idee da. Man könnte, man sollte … wir zögerten nicht lange, nahmen etwas Geld in die Hand und starteten durch. Dominique, eine fähige Designerin, bastelte uns ein schickes, leicht aufgefrischtes Logo. Wir tippten und codeten die Nächte durch um Euch ein möglichst originalgetreues Video-Games-Erlebnis zu kreieren, zunächst als Website aber doch so nah wie möglich dran am alten Blätter-Feeling.”
Ich freue mich auf jeden Fall riesig über die (virtuelle) Wiederbelebung meiner einstigen Lieblingszeitschrift und ich wünsche den Machern viel Erfolg mit ihrem Herzensprojekt. Ich werde auf jeden Fall regelmäßig vorbeischauen.











