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Fans des flitzenden Igels Sonic mussten in den vergangenen Jahrzehnten so einiges einstecken. Was hat Sega nicht alles ausprobiert, um sein einstiges Zugpferd und Firmen-Maskottchen endlich wieder an die Spitze der Software-Charts zu katapultieren. Es gab keine Schweinerei, für die Sonic nicht herhalten musste. Denke ich in letzter Zeit an Sonic, so erinnere ich mich an das mäßig spielbare Sega Superstars Tennis (Wii) oder den misslungenen Action-Jump-and-run-Mix Sonic Unleashed (für Wii, Xbox 360 und PS3), in dem sich Sonic gar in einen Werwolf (oder besser gesagt Werigel) verwandelt und dumpf prügelnd durch Gegnerhorden marodiert. Sinkende Verkaufszahlen und die im Internet motzenden Fans scheinen Sega davon überzeugt zu haben, dass die Zeit für Experimente vorüber ist. Bereits mit der klassisch angehauchten Download-Episode Sonic 4 für die aktuelle Konsolen-Generation besannen sich die Sonic-Erfinder wieder der alten Tugenden. Der neueste Teil, Sonic Generations, soll die erregten Gemüter nun aber offenbar endgültig besänftigen. Zurück in die Zukunft Gleich zu Beginn des Spiels dürften erfahrene Zocker einen Flashback erleben, denn kaum habt ihr den Start-Button gedrückt, rast ihr auch schon durch die aus dem ersten Sonic-Teil bestens bekannte Green-Hill-Zone. Natürlich wurde die Auflösung im Vergleich zum Original gehörig hochgeschraubt. Auch die bekannte Melodie klingt ein wenig peppiger als früher, aber das Sonic-Spielgefühl, wie es viele Anhänger der ersten Stunde kennen, ist sofort wieder da – und das mit allen Vor- aber auch Nachteilen. Dazu etwas später mehr. |
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Zuerst möchte ich kurz auf die Rahmenhandlung
eingehen. Gleich nach dem erfolgreichen Absolvieren des ersten
Spielabschnitts verdunkelt sich der Himmel und ein schwarzes Ungetüm
tritt in Erscheinung. Bevor sich Sonic allerdings mit diesem
ungebetenen Gast auseinandersetzen kann, findet er sich auch schon
auf einer grünen Wiese wieder. Dort haben sich bereits seine Freunde
eingefunden, um eine Überraschungsparty für ihren Kumpel zu
schmeißen. Just in diesem Moment stört erneut das schwarze Etwas die
Harmonie und die Feier endet schneller, als sie angefangen hat. Kurz
darauf öffnen sich Dimensionstore am Horizont. Bevor die
überrumpelten Party-Gäste reagieren können, werden sie unsanft in
die Portale gesaugt, nur um sich wenig später in verschiedene Welten
beziehungsweise unterschiedlichen Zeitepochen wiederzufinden.
Natürlich ist es jetzt an Sonic, seine Freunde aus den Klauen des
unbekannten Wesens zu befreien. So weit, so belanglos. Interessanter
wird es aber anschließend, als Sonic auf sein moppeliges Alter-Ego
aus seiner Mega-Drive-Vergangenheit trifft. Ein schöner Kniff von
Sega, um die Levels entweder mit dem alten oder dem neuen Sonic
absolvieren zu können. Old versus New Ihr könnt euch vor dem Start eines Spielabschnitts aber nicht nur für eine der beiden Spielfiguren (samt ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten) entscheiden. Vielmehr wechselt auch die Perspektive von reinem 2D (alter Sonic) zu einer 2D-3D-Mischung (beim moderneren Pendant). Retro-Fans dürften sich wahrscheinlich spontan für die klassische Variante entscheiden, wobei ich gestehen muss, dass mich der Ur-Sonic, ganz ohne zuschaltbarem Turbo oder praktischem Angriffskick, mittlerweile mehr frustriert als motiviert. Gerade etwas weniger geübte Gamer dürften sich mit der neuen Sonic-Variante deutlich leichter tun, denn hier donnert ihr garantiert seltener gegen Gegner oder Hindernisse, als mit dem etwas behäbigen, alten Sonic. Bis der beispielsweise nach dem Kontakt mit einem Bösewicht wieder auf Hochtouren kommt, dauert deutlich länger, als bei seinem schlankeren Ebenbild. Seine Angriffstaktik, via Wirbel-Attacke auf den Kopf seiner Gegner, erfordert zudem ein präzises Timing und will geübt sein. Das mühselige Auswendiglernen der Spielabschnitte bleibt euch in beiden Varianten zwar weitestgehend erspart, ist aber nach wie vor unabdingbar, wenn ihr auf Bestzeiten aus seid. Für welche der Varianten ihr euch letztendlich entscheidet, hängt also stark von euren Fähigkeiten und Vorlieben ab. |
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Altbewährtes frisch präsentiert
Spielerisch wird alles geboten, was sich die Fans von
einer gelungenen Sonic-Episode erwartet haben. Highspeed-Abschnitte
wechseln sich mit Geschicklichkeits-Passagen ab und gelegentlich
schummelt sich auch mal ein Quicktime-Event ein. Hier müsst ihr dann
zur richtigen Zeit den richtigen Button drücken, um beispielsweise
einen rettenden Turbo zu zünden (achtet auf die aufladbare
Turbo-Leiste am unteren Bildschirmrand!). |
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Die nett inszenierten Zwischensequenzen tragen zum
guten Gesamteindruck bei, hätten aber gerade auf Nintendos neuer
3D-Konsole gerne etwas opulenter ausfallen dürfen. Außerdem wirkt
die deutsche Sprachausgabe in den Cutscenes oft unfreiwillig
komisch. Die Sprecher wurden offensichtlich dazu angehalten, ihren
Text möglichst gelangweilt und ohne Betonung vorzutragen – wirklich
schade. Sega hat das Augenmerk klar auf eine detaillierte und
liebevoll gestaltete Spielwelt gelegt. Egal ob reißende Wasserfälle
im Hintergrund oder dampfende Fabrikschlote in der Chemiefabrik –
die verschiedenen Spielabschnitte wurden spektakulär in Szene
gesetzt. Es ist fast schon schade, dass man mit Sonic so schnell
durch die Levels rast, um ans Ziel zu kommen. Fazit: Sonic Generations ist definitiv das beste Sonic-Abenteuer seit sehr langer Zeit. Die Wahl zwischen der klassischen und der neuen Spielvariante ist Sega sehr gut gelungen. Was mich allerdings immer wieder nervt, sind die teilweise frustrierend platzierten Hindernisse, denen man mit menschlichen Reflexen einfach nicht ausweichen kann. Gerade Sonic-Anfänger könnten hier rasch das Handtuch werfen. Die Lernkurve ist auf jeden Fall deutlich steiler als beim großen Konkurrenten Mario. Hat man sich aber erst einmal an die Spielmechanik gewöhnt, kommt sehr schnell das alte Sonic-Renn-Feeling auf. Zusammen mit den langsameren Unterwasser- und Hüpf-Passagen haben die Entwickler eine durchaus gelungene Mischung aus Schnelligkeit und Geschicklichkeit hinbekommen. Profis dürften allerdings bereits nach wenigen Stunden den Abspann zu Gesicht bekommen, da sich der Umfang des Hauptspiels in Grenzen hält. Ob die bereits erwähnten, zusätzlichen Modi dann zum erneuten Spielen einladen, halte ich zumindest für fraglich. Sonic Generations ist alles andere als perfekt, aber die Besinnung auf die alten Stärken der Serie stimmen mich für die Zukunft zuversichtlich. Ich freue mich auf jeden Fall auf die kommenden Sonic-Episoden. Das Testmuster zu Sonic Generations wurde Retro Videogames freundlicherweise von Sega zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf die Bewertung des Spiels durch den Sponsor wurde nicht vorgenommen und jegliche Kommentare spiegeln ausschließlich die Meinung des Autors wider. |
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