(Naxat
Soft, 1988) |
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Pinball-Simulationen galten lange Zeit (vor allem zu Beginn der Videospiel-Geschichte) als ein schweres Pflaster. Damalige Versuche das Spielgefühl der mechanischen Flipper Automaten auf heimischen Bildschirme zu transferieren, scheiterten bis Ende der 80er Jahre kläglich. Entweder sprang die Kugel auf dem Bildschirm unkoordiniert umher oder die technischen Möglichkeiten der Konsolen waren einfach zu begrenzt, um ein halbwegs realistisches Flipper-Feeling aufkommen zu lassen. Umso erstaunlicher war es, dass sich der junge, japanischer Spielehersteller Naxat Soft genau an dieses tückische Genre heranwagte. Flippern auf der Konsole NECs 8-Bit Konsole PC Engine war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Alien Crush gerade mal ein Jahr auf dem Markt und echte Kracher für dieses System ließen noch auf sich warten. Allerdings sollte sich dies mit dem Erscheinen von Alien Crush endgültig ändern. Wie es der Titel des Spiels schon erahnen lässt, orientiert sich das Setting dieser ungewöhnlichen Pinball-Simulation deutlich an den populären Alien-Filmen und den morbiden Kreaturen des Schweizer Künstlers H.R. Giger. |
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Grässlich schön Nachdem man sich zu Beginn des Spiels für eine
langsame oder schnelle Rollgeschwindigkeit der Kugel entschieden hat
(und langsam heißt hier wirklich "laaangsam"), gehts auch schon los.
Der Flippertisch teilt sich in zwei horizontal angeordnete
Bildschirme auf, zwischen denen, wie es zu dieser Zeit üblich war,
abrupt umgeschaltet wird. Die spätere Variante, den
Bildschirmhintergrund zu scrollen, sucht man hier noch vergeblich. Physik für Fortgeschrittene Spielerisch gibt es ebenfalls nichts auszusetzen.
Die Ball-Kontrolle ist gut (manchmal fast zu gut) und die oft
getadelte Ball-Physik geht ebenfalls in Ordnung. Zwar kriecht die
Kugel manchmal etwas behäbig um ein Hindernis herum, aber das trübt
den positiven Gesamteindruck in keiner Weise. 1988 kam definitiv
kein Konkurrent an den Realismusgrad von Alien Crush heran. Zusammen
mit den herumwuselnden Außerirdischen, die nur darauf warten
abgeschossen zu werden, ergibt sich sogar noch ein virtueller
Mehrwert, den man bei einem herkömmlichen Flipper-Automaten nicht
finden wird. Noch nie zuvor gab es soviel zu entdecken und zu
beachten auf einem Flipper-Tisch. Um möglichst viele Punkte zu
erzielen, solltet ihr die blinkenden Anzeigen schon äusserst genau
im Auge behalten. |
Fazit: Die Tatsache, dass Alien Crush auch nach all den Jahren immer wieder in meine PC Engine wandert, ist wohl ein Indiz dafür, dass diese Pinball-Simulation nichts von ihrem ursprünglichen Reiz verloren hat. Ich mag vor allem den ungewöhnlichen Look des Spiels und den, na sagen wir mal einsteigerfreundlichen Schwierigkeitsgrad, der es mir auch nach all der Zeit ermöglicht, meine alten Highscores immer wieder zu übertreffen. Profis könnten sich allerdings schnell unterfordert fühlen. Übrigens erschienen in den folgenden Jahren mit Devil´s Crush (PC Engine / Turbo Grafx 16), Jakie Crush (Super Nintendo) und dem offiziellem Remake Alien Crush Returns (für 800 Wii-Points im Wii Ware-Shop) noch einige interessante Fortsetzungen, die sich Pinball-Fans nicht entgehen lassen sollten. Das Original bekommt ihr bei einem der bekannten Online-Auktionshäuser mittlerweile übrigens für ca. 20,- Euro. Eins sollte euch aber klar sein: Alien Crush (und alle anderen Vertreter dieses Genres) kommen natürlich nicht an das haptische Vergnügen eines echten Flippers heran. Wer die Kugel aber auch mal zu Hause rollen lassen will, ist hier gut aufgehoben.
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