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gamescom 2009
Einmal im Jahr fällt Weihnachten und Ostern für uns Retrovideogames
Redakteure auf einen Tag und das kann nur eins
bedeuten - es ist mal wieder
Zeit für die Games Convention bzw. Gamescom, wie die grösste europäische
Spiele-Messe seit diesem Jahr heisst. Aus diesem Grund machte
sich das gesamte Retrovideogames-Team auf zum neuen Messestandort Köln,
um für euch alle Neuheiten ausführlich anzutesten. Viele von uns fanden
es sehr schade, daß
die GC dieses Jahr nicht mehr in Leipzig stattfand. Nach den positiven Erfahrungen der Vorjahre,
waren wir sehr gespannt, ob
das stimmige Gesamtkonzept der Games Convention auf die Gamescom
übertragen werden konnte oder ob wir durch strukturelle Änderungen (ähnlich wie bei der E3 vor einigen Jahren) enttäuscht nach Hause fahren
mussten. Soviel aber gleich vorweg: Die neue Messeleitung hat sich
glücklicherweise dazu entschlossen, am erfolgreichen GC Konzept höchstens
minimale Änderungen durchzuführen (mehr Platz zwischen den Messeständen, grössere Ruhezonen, etc.). Kurz ein paar Zahlen und Fakten: Sage und
Schreibe 245.000 Spieleverrückte durften sich an den Ständen der mehr
als 420 Aussteller vergnügen, was natürlich noch mal eine klare
Steigerung zu den bisherigen Veranstaltungen in Leipzig darstellte. Also
alles grösser, schöner und besser?
Im Großen und Ganzen kann man wirklich sagen, daß wir nach insgesamt drei
anstrengenden Messetagen sehr zufrieden den Heimweg nach München angetreten haben, was
natürlich unter anderem auch an der hohen Kneipendichte und den diversen
Gläsern Kölsch
gelegen haben könnte ;-). Die Messe konnte auch dieses Jahr wieder mit
einem grossen Business- bzw. Pressebereich aufwarten. Auch für
Onlineportale wie uns war der Zugang nach einer unkomplizierten Akkreditierung
problemlos möglich. Unser besonderer Dank geht in diesem
Zusammenhang an den grosszügigen Activison Stand (kühle Getränke in
Hülle und Fülle) und an die sehr charmanten und freundlichen
Empfangsdamen vom Xbox 360 Bereich. Auch die stylische EA Business
Lounge, mit ihren gemütlichen Sesseln und leckeren Schnittchen hat uns
sehr gut
gefallen. Aber nun genug der Lobhudelei. Starten wir endlich unsere
diesjährige Standtour:
Activision / Blizzard
Sehr gespannt waren wir, ob Activision / Blizzard in Anbetracht der
bevorstehen Blizzcon sein gesamtes Spiele-Aufgebot auch auf der Gamescom
präsentieren würde. Und tatsächlich wurden auf dem gewohnt dicht
belagerten „Monsterstand“ alle zukünftigen Spielekracher präsentiert. So
war es uns auch erstmals möglich, eine spielbare Version von Diablo III
anzutesten. Die maximale Spielzeit von maximal 10 Minuten war zwar etwas
kurz, aber bei dem immensen Andrang war einfach nicht mehr drin. Für
einen positiven Gesamteindruck reichte es aber allemal. Die
klickintensive Maussteuerung ist zwar etwas nervig, aber mit ein
bisschen Feinschliff und Übung wird dieser Titel ein potentieller Hit.
Das lang erwartete Sci-Fi / Taktik Epos Starcraft II durfte zwar
endlich angespielt werden, aber die unglaublich lange Warteschlange hat
uns von einem genauen Test abgehalten. Somit mussten wir uns mit dem cineastischen Trailer
zufrieden geben. Dieser machte aber
durchaus Lust auf mehr. Leider werden wir auf diese Fortsetzung aber
noch bis Frühling 2010 warten müssen.
Der Dauerbrenner Guitar Hero (mittlerweile in der fünften Auflage)
war ebenfalls am Start und machte dank der dezenten Verbesserungen,
die man sich gerne auch schon in früheren Episoden gewünscht hätte (z.B.
freie Wahl der Instrumente, Einbindung der eigenen Avatare, verbesserte
Grafik,
etc. ) wieder einen routinierten Eindruck.
Etwas verhaltenere Begeisterung löste bei uns Activisions neues Musik Spektakel
DJ
Hero aus. Irgendwie gab sich die Steuerungsmechanik noch etwas
störrisch und der Plattencontroller liess sich nicht ganz so intuitiv bedienen, wie
bei Guitar Hero. Naja, Übung macht bekanntlich den
Meister.
Etwas mehr Zeit haben wir bei dem abgedrehten Ego-Shooter
Wolfenstein verbracht (entwickelt von id Software). Wenn es nach unserem Fanboy Rafterman
geht, ist dieser Titel ein absoluter Pflichtkauf. Wir sind da aber noch
etwas zurückhaltender. Die Grafik, basierend auf der bereits drei Jahre
alten id Tech 4 Engine, macht gelinde gesagt, einen etwas angestaubten
Eindruck. Das nette Feature, das den Spieler auf Knopfdruck zwischen der
realen und einer Parallel Dimension hin und her springen lässt, ist
allerdings ganz nett. Wie gesagt, uns hat die kurzweilige Ballerei Spaß gemacht. Wer mit der
teilweise fragwürdigen, nationalsozialistischen Thematik klar kommt,
bekommt einen soliden Action Shooter, ohne grossen Schnick-Schnack geboten.
Leider haben wir es aufgrund des enormen Andrangs (die Warteschlangen
waren teilweise über 100 Meter lang!) nicht geschafft, selbst Hand an
den kommenden Blockbuster Call of Duty - Modern Warfare II zu
legen…Ein kleiner Wehrmuts-tropfen, aber es würde uns sehr überraschen,
wenn Activision bei der neuesten Episode ihrer beliebten
Kriegs-Simulation gepatzt hätte. Insgesamt also
ein sehr vielversprechender Auftritt des (zweit)größten Spieleherstellers
der Welt. |



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Electronic Arts
Der alte und neue Branchenprimus konnte dieses Jahr erneut zeigen, wo der
Frosch die Locken hat und was von EA zu sehen war, kann durchaus als
beeindruckend bezeichnet werden.
Persönlich hat uns wohl am meisten Battlefield Bad Company 2
überzeugt, welches wir im Rahmen eines 16 Player Multiplayer-Matches anspielen
durften. Die Grafik sieht auf der Xbox 360 schon jetzt hervorragend
aus und das erstmalig eingeführte Feature, mit der komplett
zerstörbaren Spielumgebung, ist sehr gut gelungen. Auch Tim Schäfers
witzige Rocker Keilerei Brütal Legend durfte bereits angespielt
werden. Dieser im Metal Universum angesiedelte Action Titel dürfte
endlich frischen Wind in das etwas
angestaubte Hack´n Slay / Action Genre bringen. Auch das
Update von Need for Speed (Need for Speed Shift), durfte in einem aufwendigen
Fahrsimulator (mit bis zu 8 Mitspielern) gespielt werden. Ob´s an dem Simulator lag, oder am Spiel
selbst, als Rennspielfan bekommt man hier solide Kost geboten. Natürlich durften auch die
obligatorischen Updates der erfolgreichen EA Sportserien (FIFA, Madden Football, Tiger Woods, usw.) nicht fehlen. Leider war vom
zweiten Teil des fabelhaften Ego Shooters Crysis, außer einigen Trailerschnippseln,
noch nichts zu sehen. Immerhin durften die Messebesucher eine lebensgrosse
Soldatenstatue, im feschen Nanosuite 2 bestaunen. Wir hätten uns
aber zumindest eine
spielbare Demoversion der
aufwendigen Ballerei (vom deutschen Entwickler Team Crytek) gewünscht. Sei’s drum - Daumen
hoch für EA. Da sind einige Hits im Anmarsch.
Die grossen Drei (Sony, Microsoft, Nintendo)
Auch die drei grossen Konsolen-Hersteller waren dieses Jahr wieder
vollzählig anwesend (Nintendo blieb der letztjährigen GC fern). Vor allem Sony nutzte die Chance, und stellte
am wohl grössten Stand der Messe u.a. die sehnlichst erwartete (und erneut abgespeckte) Version
der Playstation 3, mit dem schlichten Namen PS3 vor. Optisch macht
die PS3 zwar einen etwas schlichten und klobigen Eindruck, aber bei einer
unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Euro, dürften nun wohl auch
einige unent-schlossene Käufer zugreifen. Wer wollte konnte auf der
Messe auch erstmalig selbst Hand an die tragbare Konsole PSP Go
anlegen. Ein schickes, kleines Ding, wie wir finden. Wesentlich mehr
"portable", als das alte PSP Modell jedenfalls. Sony hofft mit
diesen Massnahmen, die zuletzt schwächelnden Hardware-Verkaufszahlen
der PS3 und PSP anständig ankurbeln zu können.
Neben dem anspielbaren
(Action) Adventure Epos Heavy Rain, das vor allem durch eine
äusserst gewöhnungsbedürftige Steuerung auffiel, durften sich die
Messebesucher vor allem auf eine Demoversion des brachialen
Metzelei Gods of War 3 freuen. Die Spielmechanik und die Grafik
machen schon jetzt einen sehr ausgereiften Eindruck. Angefangen bei den
wunderschönen Umgebungsgrafiken, bis hin zu den obligatorischen
Riesen-Endgegnern, hier stimmt wirklich alles. So muss ein moderner
Actiontitel aussehen. Leider müssen wir uns noch ein bisschen
gedulden. Gods of War 3 erscheint voraussichtlich im März 2010.
Microsoft hielt mit seinen sehnlichst erwarteten Spielspaßgranaten Halo 3 –
ODST und Forza Motorsport 3 dagegen und zumindest beim
zuletzt genannten Rennspiel durften wir auch schon eifrig Hand angelegen
(ebenfalls im Fahrsimulator). Besonders die schicken Hintergründe
und die detailgetreue Gestaltung der Rennstrecken haben uns hier begeistert.
Aber auch die neuen einsteigerfreundlichen Steuerungsvarianten und
das Rewind Feature (bei drohenden Crashs darf das Rennen beliebig
zurückgespult werden) sind wirklich sehr innovativ. Für Sonys
Renn-Pendant Grand Tourismo wir die Luft also zusehends dünner. Halo 3 – ODST wurde uns zwar nur (passiv) von den
Entwicklern vorgestellt, aber der Multiplayer Modus wusste bereits
jetzt zu gefallen. Auch der Charakter Wechsel, weg vom nahezu
übermächtigen Master Chief, hin zu einem unerfahrenen Soldaten,
klingt interessant. Alle Halo Fans dürfen bereits ab September 2009
zugreifen und werden sicherlich nicht enttäuscht.
Big N war im Gegensatz zum letzten Jahr auch wieder an Bord. Allerdings
fiel Nintendos Messeauftritt erwartungsgemäss ziemlich „casual“ aus.
Das bedeutet, dass das Augenmerk vor allem auf massenkompatible
Minispiel-Sammlungen, wie Wii Sport Ressort (mit Wii Motion Plus Unterstützung) oder
das neue Wii Fit Plus gelegt wurde. Alles in
allem ganz nett, aber für ernsthafte Zocker wie uns nichts
weltbewegendes. Allein das Multiplayer Spektakel New Super Mario
Bros. (Wii) wusste zu gefallen. Wirklich verrückt, was sich hier
alles auf dem Bildschirm abspielt. Da kommt man gehörig ins
Schwitzen. Leider war von dem auf der E3 angekündigten Metroid
Sequel – Metroid – Other M noch nichts zu sehen. Ganz zu
schweigen
von einer neuen Zelda Episode. Betrachtet man sich die stetig
steigenden Umsatz-Zahlen von Nintendo, kann man diesen Kurs
allerdings durchaus nachvollziehen.
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Konami
Auf dem nagelneuen
und stark vergrösserten Konami Stand bekamen wir eine ca. 15 minütige
Präsentation zu Castlevania - Lords of Shadow für PS3 und Xbox
360 (erinnerte übrigens sehr stark an die Gods of War Serie) und
Metal Gear Solid - Peace Walker für Sonys PSP zu sehen. Während man
beim neuesten Castlevania Ableger hauptsächlich Intro- und
Zwischensquenzen bestaunen durfte, konnte man bei der portablen Metal
Gear Episode schon recht konkrete Eindrücke gewinnen. Wir freuen uns
schon auf eine Coop-/Sneaking Mission mit Snake und Liquid Snake, im
kommenden Jahr. Was uns bei Konami schon immer gut gefallen hat ist die
Tatsache, daß die zumeist japanischen Entwickler dem zahlreichen
Publikum direkt am Messestand Rede und Antwort stehen und so waren auch
wie üblich Kojima San und seine Kollegen anwesend.
Der
Rest vom Schützenfest
Was war sonst noch auf der Gamescom 2009 geboten? Einiges! Capcom stellte
zum Beispiel ein neues Beatém Up, mit dem sperrigen Namen
Tatsunoku versus Capcom vor (bei Tatsunoku handelt es sich um einen
japanischen Publisher von Mangas und Animes). Die Comic-Klopperei für die Wii
macht richtig Spass und
lässt nicht zuletzt wegen den
zusätzlich erhältlichen Joyboards richtiges Arcade Feeling aufkommen.
Ubisofts neuester Aufguss ihres Wii Party-Krachers, rund um die verrückten, weissen Hasen
(Rabbids go home), sieht gewohnt witzig aus, auch wenn sich erste
Abnutzungserscheinungen, beim mittlerweile vierten Teil, nicht leugnen
lassen.
Erneut weggeblasen hat uns der
fantastische E3 Trailer, zum neuen MMORPG von Lucasarts - Star Wars The Old Republic. Dank
der Präsentation, inklusive
aufwendiger Licht- und Sound-Effekte (in einem eigenen Kino-Saal) konnten
die Entwickler eindrucksvoll zeigen, welches Hit-Potential in diesem
Titel steckt. Was anschliessend folgte, war eine zwanzigminütige Vorstellung der
wichtigsten Features. Gezeigt wurden vor allem Spielszenen der Aussenareale,
welche die Grafik vom Marktführer WOW im Vergleich richtig alt aussehen
liess. Zwar ist der comicartige Look nicht jedermanns
Sache, aber dieses Game dürfte auch dank seiner durchgängigen (deutschen)
Sprachausgabe und den verschiedenen Handlungssträngen für etliche Stunden Spielsspaß sorgen. Es müsste
schon mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Spiel kein Hit wird.
Namco Bandai stellte auf der diesjährigen Gamescom u.a. den sechsten Teil
der beliebten Klopperei Tekken vor. Nach einigen harten Zweispieler
Matches kann ich hierzu nur sagen: Wer die alten Teile mochte, fühlt
sich bei Tekken 6 sofort zu Hause. Allerdings sollte man auch
nicht mit grossartigen Innovationen im Spieldesign rechnen. Die abgedrehte
Japan-Kugelei Katamari Forever (PS3) sieht dagegen dank neuem Cell Shading Look
um einiges schicker aus, als seine Vorgänger. Zocker die sich mit dem
skurrilen Spielprinzip anfreunden können, werden hier bestens unterhalten.
Fazit:
Zwar waren die „echten“ Neuankündigungen im Vergleich zur E3 in Los
Angeles rar gesät, aber immerhin konnten doch sehr viele kommende
Hit-Kandidaten schon jetzt live angespielt werden. Auch die im
Vergleich zum Standort Leipzig erheblich grössere Ausstellungsfläche,
machte sich positiv bemerkbar. Leider waren dafür aber auch die Warteschlangen,
vor den Spielstationen der wichtigen Titel, wesentlich länger als bisher
(Wartezeiten von bis zu 2 Stunden waren keine Seltenheit).
Die gesunde Mischung, aus Fachpublikum und Nerds wie du und ich, blieb
aber glücklicherweise unverändert. Die dezent angestiegenen Eintrittspreise
konnten somit leicht verschmerzt werden und auch das quirlige Kölner Nachtleben weiss mit seinen unzähligen Kneipen und Bars durchaus zu gefallen. Alles
in allem also ein positiver Neuanfang für Europas grösste Spiele-Messe.
Das Retrovideogames Team freut sich auf jeden Fall auf die kommenden
Jahre.

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